Riester-Sparer verschenken Geld

München (sz) Altersvorsorge, das ist für viele Deutsche ein lästiges Thema, wie die „Süddeutsche Zeitung“ in München meldet. Zusätzlich auch noch Papierkram zu erledigen, um eine staatliche Förderung zu bekommen – das überfordert noch mehr Menschen. Die Folge: Riester-Sparer ließen sich im Jahr 2007 rund 977 Millionen Euro entgehen, die ihnen zugestanden hätten – also rund 40 Prozent der maximal möglichen Förderung. Das ist das Ergebnis des diesjährigen Vorsorgeatlas Deutschland, den das Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment erstellt hat. Vor allem Ostdeutsche stellen keinen Antrag auf staatliche Förderung.

Wer die Zulage bekommen möchte, muss einen Antrag stellen. Zahlreiche Sparer versäumten das und verzichteten deshalb auf Grund- und Kinderzulagen in Höhe von 664 Millionen Euro. Zudem müssen Sparer einen bestimmten Mindest-Eigenbetrag einzahlen; im Jahr 2007 waren es drei Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens, seit 2008 sind es vier Prozent. Weil sich viele Anleger nicht an die Vorgabe hielten, verschenkten sie weitere 313 Millionen Euro an Staatszuschüssen.

Am nachlässigsten gehen der Studie zufolge junge Menschen, Ostdeutsche und Gutverdiener mit den Fördermöglichkeiten um. Riester-Sparer in den neuen Bundesländern kümmern sich am wenigsten darum, den Zuschuss zu erhalten. „Vor dem Hintergrund, dass es in den östlichen Bundesländern überdurchschnittlich viele Riester-Verträge gibt, ist dieses Ergebnis überraschend“, erklärte der Direktor des Forschungszentrums, Bernd Raffelhuschen.

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